Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci in Frankreich

  • Bereist im Herbst 2017.

  • Enthält Werbung. Dieser Blog-Beitrag entstand im Zuge einer unbezahlten Pressereise mit Atout France.

Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci

Während ich vorbei an Feldern und kleinen Dörfern durch die hügelige Landschaft Richtung Amboise fahre, muss ich mit einem Lächeln an meine ehemalige Lehrerin denken. “An der Loire sind die Schlösser wie an einer Perlenkette aufgereiht, Eins schöner als das Andere.” hatte sie im Geografieunterricht der 7. Klasse geschwärmt. 13 Jahre später bin ich nun selbst im Loiretal unterwegs. Auf meinem Roadtrip von Tours nach Nantes werde ich interessante Menschen kennenlernen, Schlösser besuchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und mich schlussendlich noch ein bisschen mehr in Frankreich verlieben.

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Schloss Clos Lucé: das letzte Heim von Leonardo da Vinci

Früh am Morgen wandere ich durch die schmalen Gassen von Amboise. Es ist kalt und der Wind peitscht mir immer wieder Regenschauer ins Gesicht. Ich ziehe meine Kapuze noch ein Stück tiefer und laufe schnellen Schrittes hinauf zum Schloss Clos Lucé. Mit einem lauten “Oh Lala! Komm schnell ins Trockene.” werde ich von Sandra, meinem Guide für den Tag, am Schloss begrüßt. “Wir freuen uns über das Wetter.” erzählt sie mir, als wir auf den Wachturm steigen, um ins Innere des Anwesens zu gelangen “Hier war es den ganzen Sommer über heiß und hat kaum geregnet!”. Während wir über einen schmalen Wehrgang laufen, beginnt Sandra mir von Leonardo da Vinci, der seine letzten Lebensjahre hier im Schloss verbrachte, zu erzählen.

Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Ausstellung Museum Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci

Auf Einladung des französischen Königs Franz I. ließ sich das Universalgenie 1517 im Château Clos Lucé nieder. Im Gepäck hatte er drei seiner heute bekanntesten Werke: die “Mona Lisa”, “Johannes der Täufer” und die “Heilige Anna Selbdritt”. Was Leonardo dazu bewog Italien zu verlassen, ist heute unklar. Manche Wissenschaftler glauben, dass er auf der Flucht vor seinen Auftraggebern war, die auf bestellte Kunstwerke pochten, andere vermuten, der Grund für seinen Umzug sei in der engen Freundschaft zum König begründet, der ihn zum „1. Maler, Architekten und Baumeister“ ernannte und mit einer hohen Pension absicherte. Durch die Zuwendungen des Königs und der Freiheit, die er in Clos Lucé genoss, konnte sich Leonardo ganz seiner Kunst widmen. Er arbeitete an unzähligen Projekten für den König, entwarf Mode, vertiefte sich in der Architektur, entwickelte Maschinen und arbeitete an seinen Gemälden.

Ausstellung Museum Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci

Zusammen mit Sandra schlendere ich durch das Schloss. Auch wenn die Einrichtung im Clos Lucé, wie in den meisten französischen Schlössern, nicht die Jahrhunderte überdauert hat, erinnert doch vieles an Leonardo da Vinci. So wurde Leonardos Arbeitszimmer und Werkstatt für Malerei, Bildhauerei und Zeichnungen, mit viel Liebe zum Detail und unter Berücksichtigung alter Aufzeichnungen rekonstruiert. Auf den Tischen liegen scheinbar wild verteilt Farbtiegel, Naturmaterialien und Zeichenutensilien. Fast wirkt es, als hätte Leonardo nur kurz den Raum verlassen. Tatsächlich steht das (computeranimierte) Genie hinter der nächsten Ecke tatsächlich vor mir und berichtet auf Französisch von seiner Zeit in Amboise. Im Nebenzimmer deutet Sandra aus dem Fenster “Von seinem Schlafzimmer aus konnte Leonardo da Vinci das Königsschloss von seinem Freund Franz I. betrachten. Angeblich soll der König sogar 1519 hier in diesem Raum an Leonardos Totenbett gewacht haben.”

Ausstellung Museum Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Ausstellung Museum Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Ausstellung Museum Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Ausstellung Museum Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci

Staunend steige ich die Schlosstreppe hinunter. Das kleine Schloss Clos Lucé ist anders als alle Schlösser, die ich bis jetzt besucht habe. Dieser Eindruck bestätigt sich auch im Untergeschoss. In vier Räumen werden hier 40 kleine Modelle, die nach Originalplänen Leonardos gebaut wurden, gezeigt. Während ich mich an der Flugmaschine und dem Helikopter kaum sattsehen kann, deutet Sandra auf eine zylinderförmige Maschine. “Wusstest du, das Leonardos Arbeit mit der Entwicklung von Kriegsmaschinen begonnen hat?”, fragt sie mich. “Das ist das Modell eines Panzers. Hätte es damals schon leichtere Baustoffe gegeben, hätte diese Erfindung die Kriegsgeschichte wohl verändert. Gebaut aus Holz und Eisen konnte er von den Soldaten aber nicht bewegt werden.” erklärt sie. “Leonardos Erfindungen waren oft zu früh für seine Zeit. Man kann sich kaum ausmalen, was er mit den heutigen Baustoffen geschaffen hätte”.

Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci

Geschichte zum Anfassen im Schlosspark

“Möchtest du den “Hubschrauber” ausprobieren?” fragt mich Sandra. Ich nicke verdutzt. Keine 5 Minuten später stehe ich im Schlosspark vor einem großen Modell der Flugmaschine, die ich mit leichtem Drücken in Rotation versetzten kann. “Im Park stehen 20 Maschinen in Originalgröße. Du kannst alle betätigen, wenn du möchtest, anfassen ist hier gerne gesehen.” gibt mir Sandra mit auf den Weg. Langsam laufe ich über das ausgedehnte Gelände. Der Regen hat nachgelassen und immer wieder taucht die Sonne die bunten Bäume in warmes Licht. In den Baumwipfeln hängen große, lichtdurchlässige Tücher, auf denen Kunstwerke von Leonardo da Vinci zu sehen sind. An einer der vielen Soundstationen höre ich auf Deutsch, das die halbdurchsichtigen Kunstwerke die Verbundenheit von Leonardo zur Natur symbolisieren sollen. Über verschlungene Pfade streife ich völlig fasziniert fast 2 Stunden durch den Landschaftspark. Leonardo da Vinci und Schloss Clos Lucé haben mich vollkommen in ihren Bann geschlagen.

Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci
Schlosspark Schloss Clos Lucé in Amboise: zu Gast bei Leonardo da Vinci

Gut zu Wissen

Adresse

Le Château du Clos Lucé – Parc Leonardo da Vinci 2, Rue du Clos Lucé-37400 Amboise

Anreise

Am besten erreicht ihr Amboise und das Schloss Clos Lucé mit dem Auto. Unterhalb des Schlosses gibt es am Ende der Mail Saint-Thomas einen großen, kostenlosen Parkplatz.

Tickets

Ihr könnt den Park nur mit einem Ticket für das Schloss besichtigen. Infos zu den Ticketpreisen gibt es hier.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten für das Schloss sind von Monat zu Monat verschieden. Hier könnt ihr euch vor eurem Besuch informieren.

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Laura Schneider erkundet geheimnisvolle Orte

Immer auf der Suche nach geheimnisvollen Orten …

Autorin
Laura Schneider

Laura Schneider ist das Gesicht hinter Herz an Hirn. Sie schreibt über Herzensdinge. Dinge die man leider viel zu oft verpasst, weil man zu viel über sie nachdenkt, sie einem zu groß, zu peinlich oder zu anstrengend erscheinen. Das sind aber genau die kleinen Alltagsabenteuer die glücklich machen und einem einen wohligen Schauer über den Rücken jagen. Mit „viel Spaß inner Backe“ macht sie sich auf die Suche nach dem Glück. Das findet sie auf Reisen, in gutem Essen, beim Werkeln oder Lesen.